Es ist in deinem Leben alles so, wie du sagst, dass es ist.

von Bettina | Sep. 9, 2026 | Bewusstsein, Bewusstwerdung, Eigenverantwortung, Krebs, Selbstheilung

Es ist in deinem Leben alles so, wie du sagst, dass es ist!

Bettina Flossmann

 

Es ist in deinem Leben alles so, wie du sagst, dass es ist.

Dieser Satz kann im ersten Moment ganz schön herausfordernd sein. Vielleicht regt sich sogar sofort etwas in dir, das sagt: Moment mal. Ich habe mir meine Krankheit doch nicht ausgesucht. Ich habe mir diese Krise nicht ausgesucht. Ich wollte nicht verlassen werden. Ich wollte nicht, dass mein Leben so schwierig wird.

Und natürlich geht es nicht darum, dir einzureden, dass du alles, was dir in deinem Leben widerfahren ist, bewusst gewählt oder verursacht hast. Es geht um etwas anderes: Welche Geschichte erzählst du heute darüber? Über dich, über deinen Körper, über deine Vergangenheit, über deine Möglichkeiten und über deine Zukunft.

Denn Worte sind nicht einfach nur Worte. Sie erzählen dir immer wieder, wer du glaubst zu sein.

Hör dir einmal selbst beim Sprechen zu

Wie oft sagst oder denkst du Sätze wie: „Ich kann das einfach nicht.“ „Veränderung ist so schwierig.“ „Ich war schon immer so.“ „Ich bin total traumatisiert.“ „Ich habe kein Geld.“ „Ich vertraue mir nicht.“ „Bei mir funktioniert das einfach nicht.“ „Ich weiß nicht, was ich wirklich will.“ „Mein Körper ist unheilbar krank.“ „Egal, was ich mache, es tut sich nichts.“ „Ich bin voller Zweifel.“

Vielleicht kommen dir einige davon bekannt vor. Und vielleicht würdest du sagen: Aber Bettina, das ist doch nun einmal so.

Und genau hier wird es spannend. Denn was, wenn manches von dem, was du heute für eine unumstößliche Wahrheit hältst, längst zu einer Geschichte über dich selbst geworden ist? Zu einer Geschichte, die du schon so oft gedacht, ausgesprochen und bestätigt hast, dass sie sich vollkommen wahr anfühlt.

Aus einem Gedanken wird irgendwann eine Identität

Es macht einen Unterschied, ob du sagst: „Ich erlebe gerade Angst.“ Oder: „Ich bin ein ängstlicher Mensch.“ Es macht einen Unterschied, ob du sagst: „Im Moment fällt es mir schwer, meinem Körper zu vertrauen.“ Oder: „Ich kann meinem Körper nicht vertrauen.“ Und es macht einen Unterschied, ob du sagst: „Ich weiß gerade noch nicht, wie es weitergeht.“ Oder: „Ich weiß nie, was ich will.“

Spürst du den Unterschied? Das eine beschreibt eine momentane Erfahrung. Das andere macht daraus eine Identität.

Und genau das tun wir so häufig, ohne es überhaupt zu bemerken. Wir nehmen Erfahrungen aus unserer Vergangenheit und machen daraus Aussagen über unser Sein: So bin ich eben. Das war bei mir schon immer so. Das liegt in meiner Familie. Ich kann das nicht. Mein Körper macht das einfach nicht. Bei anderen funktioniert das vielleicht, aber bei mir nicht.

Irgendwann stellen wir gar nicht mehr infrage, ob diese Sätze überhaupt noch wahr sind. Wir leben einfach weiter in ihnen.

Deine Vergangenheit ist kein Beweis für deine Zukunft

Nur weil etwas gestern so war, bedeutet das nicht, dass es morgen genauso sein muss. Eigentlich klingt das vollkommen logisch. Und trotzdem leben wir häufig genau andersherum.

Wir schauen in unsere Vergangenheit, sammeln dort all die Erfahrungen, die wir gemacht haben, und benutzen sie als Beweis dafür, wer wir heute sind und was morgen möglich sein wird. Du hast dich früher nicht getraut? Dann sagst du: „Ich bin eben nicht mutig.“ Du hast schon oft versucht, etwas zu verändern und bist wieder in alte Muster zurückgefallen? Dann sagst du: „Bei mir funktioniert Veränderung einfach nicht.“ Du hast über Jahre gelernt, deinem Körper mit Sorge und Misstrauen zu begegnen? Dann wird daraus vielleicht: „Ich kann meinem Körper nicht vertrauen.“

Doch deine Vergangenheit ist eine Sammlung von Erfahrungen. Sie ist kein Vertrag mit deiner Zukunft. Du darfst heute anders wählen.

Worte erschaffen den Rahmen, in dem du dich bewegst

Wenn du immer wieder sagst: „Ich kann das nicht“, wirst du wahrscheinlich nicht voller Neugier nach Möglichkeiten suchen, wie es doch gehen könnte. Wenn du sagst: „Bei mir funktioniert das sowieso nicht“, hast du das Ergebnis innerlich bereits vorweggenommen. Und wenn du sagst: „Ich weiß nicht, was ich will“, wiederholst du immer wieder die Geschichte eines Menschen, der keinen Zugang zur eigenen Klarheit hat.

Und wenn du immer wieder sagst: „Mein Körper ist kaputt. Mein Körper ist krank. Mein Körper funktioniert nicht“, dann prägt das auch die Beziehung, die du zu deinem Körper führst.

Nicht, weil du mit einem einzigen positiven Satz plötzlich deine gesamte Realität verändern könntest. Sondern weil deine Gedanken und Worte beeinflussen, worauf du deine Aufmerksamkeit richtest, welche Möglichkeiten du überhaupt wahrnimmst, welche Entscheidungen du triffst und wie du dir selbst begegnest.

Es geht nicht um positives Denken

Mir ist dieser Punkt unglaublich wichtig. Bewusst mit deinen Worten umzugehen bedeutet nicht, Schwierigkeiten zu verleugnen. Es bedeutet nicht, Angst wegzulächeln, eine Diagnose zu ignorieren oder dir etwas vorzumachen.

Wenn du Angst hast, darf die Angst da sein. Wenn du traurig bist, darf die Traurigkeit da sein. Wenn du gerade nicht weiterweißt, dann ist auch das in Ordnung.

Doch zwischen „Ich weiß gerade nicht weiter“ und „Ich werde niemals einen Weg finden“ liegt eine ganze Welt. Das eine lässt Raum. Das andere schließt die Tür.

Und genau darum geht es mir: Welche Türen schließt du jeden Tag mit den Worten, die du über dich und dein Leben sprichst?

Was behauptest du eigentlich den ganzen Tag?

Ich liebe dieses Wort in diesem Zusammenhang: behaupten. Denn wir behaupten den ganzen Tag irgendetwas. Über uns, über andere, über unseren Körper, über das Leben, über Geld, über Beziehungen, über Heilung, über das Älterwerden und über unsere Vergangenheit. Und sehr vieles davon überprüfen wir überhaupt nicht mehr. Wir halten es einfach für wahr.

Deshalb lade ich dich ein, einmal einen ganzen Tag lang zu deinem eigenen Beobachter zu werden. Nicht bewertend und nicht kontrollierend. Einfach neugierig.

Was sagst du über dich? Was sagst du über deinen Körper? Was sagst du über deine Möglichkeiten? Was sagst du über deine Zukunft? Und besonders spannend: Was folgt in deinen Sätzen auf die Worte „Ich bin“?

Vielleicht heißt es: Ich bin erschöpft. Ich bin krank. Ich bin überfordert. Ich bin traumatisiert. Ich bin unsicher. Ich bin eben so.

Beginne, an dieser Stelle bewusster zu werden. Denn du bist so viel mehr als jeder Zustand, den du gerade erlebst.

Öffne deine Sprache für eine neue Möglichkeit

Manchmal braucht es gar keine großen Affirmationen. Du musst nicht morgens vor dem Spiegel stehen und dir erzählen, dass alles fantastisch ist, wenn es sich für dich gerade überhaupt nicht fantastisch anfühlt.

Beginne viel einfacher. Aus „Ich kann das nicht“ kann werden: „Ich weiß noch nicht, wie es geht.“ Aus „Ich vertraue mir nicht“ kann werden: „Ich lerne gerade wieder, mir selbst zuzuhören.“ Aus „Bei mir funktioniert das nicht“ kann werden: „Ich bin bereit herauszufinden, was für mich funktioniert.“

Aus „Ich weiß nicht, was ich will“ kann werden: „Ich darf meine eigene Wahrheit wieder hören lernen.“ Und aus „Es verändert sich einfach nichts“ vielleicht: „Vielleicht geschieht bereits mehr, als ich im Moment sehen kann.“

Merkst du, was dabei passiert? Du zwingst dich zu nichts. Du verleugnest nichts. Aber du öffnest wieder einen Raum für eine andere Möglichkeit.

Du musst nicht weiter die Person sein, die du gestern warst

Vielleicht ist das eine der größten Freiheiten, die wir uns selbst erlauben können: Ich muss nicht weiter an meiner alten Geschichte festhalten.

Nur weil du dich 20, 30 oder 50 Jahre auf eine bestimmte Weise erlebt hast, musst du daraus kein lebenslanges Urteil machen. Nur weil du gestern Angst hattest, musst du dich heute nicht als ängstlichen Menschen definieren. Nur weil du deinem Körper lange misstraut hast, bedeutet das nicht, dass Vertrauen unmöglich ist. Nur weil du dich lange klein gehalten hast, bedeutet das nicht, dass du klein bist.

Und nur weil du lange geglaubt hast, dass etwas für dich nicht möglich sei, heißt das nicht, dass du diesen Glauben heute noch weitertragen musst.

Du darfst dich neu kennenlernen. Du darfst dich überraschen. Du darfst deine bisherigen Überzeugungen infrage stellen. Und du darfst aufhören, jeden Morgen aufs Neue die gestrige Version deiner selbst zu bestätigen.

Welche Wahrheit möchtest du ab heute nähren?

Vielleicht magst du dir heute einmal ein paar Fragen stellen: Welche Geschichte erzähle ich immer wieder über mich? Welche Sätze benutze ich so häufig, dass ich gar nicht mehr bemerke, was ich damit behaupte? Welche dieser Aussagen sind tatsächlich Fakten – und welche sind Interpretationen, Gewohnheiten oder alte Überzeugungen? Wer wäre ich, wenn ich diese Geschichte nicht mehr jeden Tag wiederholen würde? Und was möchte ich stattdessen über mich und mein Leben glauben lernen?

Du musst darauf nicht sofort eine Antwort haben. Es reicht, wenn du beginnst, die alten Antworten nicht mehr automatisch für die Wahrheit zu halten.

Denn Bewusstwerdung beginnt genau dort: Wo du bemerkst, was bisher unbewusst in dir abgelaufen ist. Und dann entsteht etwas Wunderbares: Du bekommst wieder eine Wahl.

Vielleicht war es bisher einfach nur so

Deine Worte haben Kraft. Nicht, weil du mit ihnen das Leben kontrollieren könntest. Sondern weil sie Ausdruck dessen sind, was du über dich, deinen Körper und deine Möglichkeiten glaubst.

Deshalb achte darauf, was du immer und immer wieder behauptest.

Vielleicht ist es nicht: „So bin ich.“ Vielleicht war es bisher einfach nur: „So habe ich mich kennengelernt.“

Vielleicht ist es nicht: „Das kann ich nicht.“ Vielleicht ist es: „Das konnte ich bisher noch nicht.“

Vielleicht ist es nicht: „So ist mein Leben.“ Vielleicht ist es: „So war mein Leben bis hierher.“

Und dann darf eine neue Frage entstehen:

Wie soll es von hier aus weitergehen?

Nicht irgendwann. Nicht, wenn alle Zweifel verschwunden sind. Nicht, wenn du endlich vollkommen sicher bist. Sondern jetzt.

Denn du bist nicht dazu verdammt, bis ans Ende deines Lebens dieselbe Geschichte über dich zu erzählen.

💛 Werde bewusst für deine Worte, werde bewusst für das, was du über dich behauptest – und erlaube dir, eine neue Entscheidung darüber zu treffen, wer du ab heute sein möchtest.